Die Vorherbestimmung und der freie Wille des Menschen
Der Mensch verfügt tatsächlich über einen freien Willen. Hier einige Beweise:
Wenn ein Mensch ein Unrecht begangen hat, verspürt er Reue. Er bittet Gott um Vergebung seiner Sünde. Wenn er einen anderen Menschen in Schwierigkeiten gebracht hat, bittet er diesen um Verzeihung. Das zeigt, dass der Mensch selbst darüber entscheidet, was er tun möchte und wie er etwas tun möchte. Besäße er keinen freien Willen, um seine Entscheidungen in die Tat umzusetzen, sondern wäre er gezwungen, eine höhere Macht zu bemühen, würde es doch gar keinen Sinn machen, dass er Reue verspürt und für Sünden und Unrecht um Verzeihung bittet.
Ganz offensichtlich entschließen wir uns dazu, unsere Hände zu bewegen, zu sprechen, aufzustehen oder irgendwohin zu gehen. Uns sind keine Fesseln um den Hals gelegt, die uns zwingen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Wir fühlen uns z.B. frei, in unserer Freizeit ein Buch zu lesen oder uns vor den Fernseher zu setzen. Nichts und niemand, zumindest keine Kraft, die von außen kommt, zwingt uns, zu Gott zu beten. Kein Mensch bewegt sich so, wie es ihm eine Fernbedienung in der Hand einer unsichtbaren Macht befiehlt.
Wir zögern, denken nach, stellen Vergleiche an, beurteilen äußere Umstände, wägen ab und entscheiden, bevor wir schließlich handeln. Wenn wir beispielsweise von zwei Freunden zur gleichen Zeit auf zwei unterschiedliche Feste eingeladen werden oder von ihnen darum gebeten werden, Dinge zu tun, die nicht miteinander vereinbar sind, werden wir zögern und vergleichen, bevor wir uns entscheiden. Für unseren Entscheidungsprozess spielen die Mahnungen des Guten und des Bösen in unserem Innern eine sehr wichtige Rolle.
Wenn uns Unrecht zugefügt wird, können wir vor Gericht ziehen, um den Verantwortlichen zu verklagen. Weder wir noch das Gericht schreiben das Unrecht, das wir erleiden mussten, einer höheren Macht wie dem Schicksal zu. Auch der Angeklagte wird wohl kaum auf die Idee kommen zu versuchen, seine Schuld auf diese Macht abzuwälzen. Die rechtschaffenen und die schlechten Menschen, diejenigen, die hohe Ränge in der Gesellschaft bekleiden, und diejenigen, die ihre Zeit sinnlos vergeuden, jene, die für ihre guten Taten und Erfolge belohnt werden, und jene, die für ihre Verbrechen bestraft werden - sie alle beweisen, dass der Mensch über einen freien Willen verfügt und nicht gezwungen ist, auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln.
Nur geisteskranke Menschen sind nicht für ihre Taten verantwortlich. Die Vernunft und andere geistige Fähigkeiten verlangen einfach danach, dass der Mensch in seinen Entscheidungen und Handlungen frei ist und führen dies auch eindrucksvoll vor. Ohne die Existenz eines freien Willens wären sowohl die Vernunft als auch andere geistige Fähigkeiten überflüssig.
Tiere besitzen keine Willenskraft. Sie werden von Gott instruiert. Die Weisungen Gottes für sie nennt die materialistische Wissenschaft Instinkte. Eine Biene z.B. baut immer sechseckige Waben. Da ihr die Willenskraft fehlt, sich für eine bestimmte Form von Waben zu entscheiden, wird sie niemals versuchen, dreieckige Waben zu bauen. Menschen hingegen entscheiden stets zwischen verschiedenen Möglichkeiten, bevor sie etwas tun. Außerdem steht es uns frei, unsere Meinung zu ändern. Oft ändern wir unsere Meinung in Notfällen oder dann, wenn neue und bessere Vorschläge auf den Tisch kommen. Auch dies spricht dafür, dass der Mensch einen freien Willen hat.