Die Gnade und die Großzügigkeit Gottes erfordern die Wiederauferstehung
Ein frommer Mensch fragte den Abbasidenkalifen Harun Ar-Raschid einmal: „Wenn du unbedingt ein Glas Wasser bräuchtest, gäbest du dafür dein Königreich her?" „Ja, das täte ich", antwortete Harun. „Wenn du es nicht aus deiner Tasche bezahlen könntest, gäbest du auch dann dein Königreich her, um es bezahlen zu können?" „Ja, das täte ich", antwortete Harun erneut. Der fromme Mensch zog hieraus den Schluss: „Dann bestehen dein ganzer Reichtum und dein ganzes Königreich aus einem einzigen Glas Wasser."
Mit nahezu allem, was wir benötigen, werden wir versorgt, ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Je dringender wir auf etwas angewiesen sind, desto reichlicher und billiger ist es in der Natur vorhanden. Am wichtigsten für uns ist die Luft, die es gratis gibt. An zweiter Stelle folgt das Wasser, das es ebenfalls fast umsonst gibt. Gott sendet uns beide Elemente aus dem Schatz Seiner unendlichen Barmherzigkeit, ohne dass wir unsererseits einen Beitrag hierzu leisten müssten. Auch Wärme und Licht benötigen wir dringend, und erhalten sie - gleichermaßen unentgeltlich - von der Sonne. Was die weiteren Gunstbeweise Gottes betrifft, so sind sie äußerst preiswert. Und trotzdem fordern wir immer noch weitere Wunder, um an Gott glauben zu können. Was auch immer wir tun, um uns diese Gunstbeweise zu beschaffen, ist mit einem nur sehr geringen Aufwand verbunden. Und dennoch: Würden uns all diese Wohltaten oder Segnungen nur vorübergehend und in unvollkommener Art und Weise gewährt, würde die Furcht vor dem Tod sie in Gift verwandeln.
Weil Gott aber ewig ist, wird Er uns ewig versorgen und uns unvergängliche, immer erhabenere Formen von Gunstbeweisen bescheren, ohne dass wir dafür aufzukommen hätten. Und weil diese Gunstbeweise unvergänglich sind, wird auch unsere Furcht vor dem Tod sie nicht in Quellen des Leides verwandeln. Für die Gläubigen ist der Tod ein Transfer von einer Welt in die andere, eine Entlassung aus weltlichen Verpflichtungen, eine Einladung an den ewigen Aufenthaltsort, den Er uns bereitet hat, und ein Reisepass, der uns berechtigt, zu diesem Aufenthaltsort aufzubrechen.