Die universelle Weisheit macht die Wiederauferstehung zwingend erforderlich

M. Fethullah Gülen.

Gott handelt absolut frei; Er tut, was immer Er will, und niemand kann Ihn für das, was Er tut, zur Verantwortung ziehen. Da Er aber der Weise ist, handelt Er absolut zweckorientiert und überlegt. Er verausgabt sich niemals umsonst und tut nichts, was vergeblich oder nutzlos wäre.

Wenn wir uns selbst einmal genau betrachten, unser Wesen, unsere physische und spirituelle Identität und Struktur, dann werden wir feststellen, dass wir aus bestimmten, wichtigen Gründen erschaffen wurden. In unserem ganzen Körper existiert nicht ein einziges nutzloses Atom. Das Gleiche gilt auch für das Universum, das, wenn man so will, ein Makro-Mensch ist. Denn jeder einzelne Bestandteil des Universums manifestiert bedeutende Absichten und enthält unzählige Hinweise auf Weisheit.

Der Mensch nimmt in der Schöpfung einen einzigartigen Platz ein; denn wir tragen einen Aspekt all dessen, was im Universum existiert, in uns. Mit unseren geistigen und spirituellen Fähigkeiten repräsentieren wir engelhafte und andere spirituelle Welten wie die Welt der Symbole oder der immateriellen Formen. Darüber hinaus verfügen wir sogar auf Grund unserer angeborenen Fähigkeit zu lernen und auf Grund unseres freien Willens über das Potenzial, selbst die Engel noch zu übertreffen. Mit unserer physischen oder biologischen Existenz repräsentieren wir Pflanzen und Tiere. Obwohl wir Raum und Zeit verhaftet sind, reichen wir mit unseren spirituellen Fähigkeiten und anderen Kräften wie der Vorstellungskraft über sie hinaus. Aber trotz unseres im Vergleich zu den anderen Geschöpfen unvergleichlichen Wertes sterben einige von uns schon bei der Geburt oder in jungen Jahren.

Wir sehnen uns nach der Ewigkeit und wünschen uns ein ewiges Leben; einige unserer Sinne oder Gefühle geben sich mit weniger nicht zufrieden. Wenn wir zwischen ewigem Leben und schweren Mühen einerseits und ewiger Nichtexistenz nach einem kurzen luxuriösen Leben andererseits wählen dürften, würden wir wohl höchstwahrscheinlich das ewige Leben vorziehen. Wahrscheinlich würden wir sogar einen ewigen Aufenthalt in der Hölle der ewigen Nichtexistenz vorziehen. Gott, der Barmherzige und Weise, hat uns nicht zur ewigen Nichtexistenz verurteilt. Er hat uns die Sehnsucht nach Unsterblichkeit auch nicht verliehen, damit wir Qualen leiden, weil wir etwas anstreben, was unmöglich zu verwirklichen ist. Demnach erfordert die Weisheit Gottes die Existenz einer ewigen Welt, einer Welt, in der der Mensch ewig leben wird.

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