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Rizq – Lebensunterhalt 2-3

Osman Nuri Topbaş.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang die Ernährung mit dem, was halāl ist, das heißt, mit dem, was gesetzlich zulässig und auf rechtmäßige Weise erworben wurde – und dies ist einer der wichtigsten Faktoren auf dem Weg der spirituellen Vervollkommnung.

Sahl ibn al-Tustarī verkaufte einmal ein Schaf. Nach einer Weile kam der Käufer zurück und sagte zu al-Tustarī: „Ich möchte, dass du das Schaf zurücknimmst, denn es frisst kein Gras.

Al-Tustarī fragte ihn: „Woher weißt du das denn?

Der Mann sagte: „Ich habe es zum Grasen auf ein Feld gebracht, doch es hat keinen einzigen Halm gefressen.

Da sagte al-Tustarī zu ihm: „Mein Freund, du musst etwas falsch gemacht ha­ben. Unsere Tiere sind nicht daran gewöhnt, von dem zu fressen, was jemand anderem gehört. Geh, und lass es von dem fressen, was dir gehört!

Der Mann tat wie ihm geheißen ward, und da begann das Schaf zu fressen.

Wie diese Geschichte zeigt, wirkte sich einst die Sorgfalt der Muslime bei der Auswahl rechtmäßiger Nahrung selbst auf ihre Tiere aus. Die Auswahl gesetzlich zulässigen und auf rechtmäßige Weise erworbenen Unterhalts stellt das Licht des Lebens, die Freude des Herzens und die Essenz des Gottesdienstes dar und ist einer der entscheidenden Faktoren bei den Bemühungen um ein reines Herz [qalb salīm]. Gesetzlich unzulässige oder unrechtmäßig erworbene Nahrung [harām] ist hingegen ein Gift, welches das Leben zerstört, ein Feuer, welches das Herz verbrennt, und bringt schrecklichen Verlust mit sich. Erniedrigung in dieser Welt und im Jenseits, Ehrlosigkeit und Unglücke sind die tief­greifenden Folgen unrechtmäßigen Erwerbs von Unterhalt.

Rechtmäßig erworbener Besitz und gesetzlich zulässige Nahrung sind Mittel zum Erwerb des göttlichen Wohlgefallens, wohingegen unrechtmäßiger Gewinn und unzulässiges Essen dem Menschen großes Bedauern und schreckliche Enttäuschungen einbringen. Wenn das Herz, anstatt Allāh, dem Erhabenen, vorbehalten zu sein, vom Streben nach Reichtümern und großer Nachkommenschaft besessen ist, sind Kummer und Verzweiflung das einzige Ergebnis. Der ehrwürdige Meister Jalāl al-Dīn Rūmī erklärt dies in dem folgenden Beispiel:

Wenn Wasser das Innere des Schiffes füllt, führt es zu dessen Untergang! Wenn es sich jedoch unter dem Schiff befindet, wird es zu einer tragenden Kraft. Als Sulaymān – auf ihm sei der Friede – die Liebe zu Hab und Gut aus seinem Herzen geworfen hatte, sagte er: „Ich bin ein Bedürftiger; und dem Bedürftigen gebührt es, mit den Bedürftigen zu sein!“ – da wurde ihm eine erhabene Stellung zuteil.

Und Allāh, der Erhabene, sagt im Edlen Qur’ān:

{O ihr Menschen, ihr seid die Bedürftigen gegenüber Allāh, doch Allāh ist der, Der frei von allen Bedürfnissen ist, der allen Preises Würdige!} (35:15)

Aus diesem Grunde sagte der ehrwürdige Gesandte Allāhs – Segen und Friede seien auf ihm – über Hab und Gut, das nur für die Religion auf dem Wege Allāh eingesetzt wird: „Wie trefflich ist doch ein Besitz, der nur für Gutes ausgegeben wird!“

Von ‘Umar ibn al-Khattāb – möge Allāh mit ihm zufrieden sein – wird folgendes Bittgebet überliefert: „O Allāh, vertraue den Vortrefflichen unter uns reichlichen Besitz an, auf dass sie damit den Bedürftigen unter uns helfen!

Auf der anderen Seite kann unrechtmäßig erworbenes Gut weder als Zakāt noch als Sadaqa gegeben werden, da es ja, rechtlich gesehen, Eigentum eines anderen ist. Unrechtmäßige Einkünfte sind sowohl im Diesseits wie im Jenseits eine Schande. Ein rechtmäßig erworbener Bissen bringt Weisheit, Wissen und Erkenntnis hervor und erweckt Liebe zu Allāh und Begeisterung im Herzen.

Genau so, wie es unmöglich ist, Gerste auf einem Feld zu ernten, auf dem nur Weizen gesät wurde, ist es auch unmöglich, spirituelle Vervollkommnung zu erreichen, wenn der Körper mit dem ernährt wird, was harām ist. Wenn der Körper nicht mit dem ernährt wird, was halāl ist und dem Menschen die Kraft zur Gotteserkenntnis gibt, sind weder spirituelle Vollkommenheit im Herzen, noch demütige Hingabe im Gottesdienst möglich.

Wir sollten einmal über das Geheimnis nachdenken, das in einem Hadīth qudsī zum Ausdruck kommt, in dem Allāh, der Erhabene, spricht: „Ich scheue mich, den zur Verantwortung zu ziehen, der sich von aller verwehrten [harām] Nahrung ferngehalten hat.

Aus diesem Grunde ist es unerlässlich, seinen Unterhalt in dieser Welt auf rechtmäßige Weise zu erwerben. Nur die Nahrung, die halāl ist, verleiht dem Menschen die Kraft, auf dem geraden Weg der Rechtschaffenheit zu wandeln, stattet ihn mit göttlicher Weisheit aus, und leitet ihn aus dem Gefängnis des Diesseits zum Licht Allāhs.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass eine gewisse Grauzone zwischen dem Rechtmäßigen und Unrechtmäßigen existiert, von der man sich genau so fern halten sollte, wie von dem, was unrechtmäßig ist. Zweifelhafte Angelegenheiten sind wie eine nur Allāh vorbehaltene Weide, und wer sich dorthin begibt, wird zunichte werden. Denn nicht umsonst hat uns der Gesandte Allāhs – Segen und Friede seien auf ihm – eindringlich gewarnt, als er sagte:

Sowohl das Zulässige [halāl] als auch das Verwehrte [harām] sind ein­deutig klar, doch zwischen diesen beiden gibt es zweifelhafte Dinge. Wer immer sich von diesen fern hält, rettet seine Religion und seine Ehre, wer immer sich auf sie einlässt, fällt hinein in das, was verwehrt ist. Er ist wie ein Hirte, der seine Schafe dicht an der Weide eines anderen weiden lässt, so dass sie jeden Augenblick kurz davor sind, auf dessen Gebiet zu ge­ra­ten. Seid auf der Hut! Ein jeder König besitzt eine ihm allein vorbehaltene Weide, und die allein Allāh vorbehaltene Weide ist das, was Er für ver­wehrt er­klärt hat!“

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Wenn Gott doch alles erschaffen hat, wer erschuf dann Ihn?

Als ich diese Frage zum ersten Mal hörte, legte ich ganz spontan Zeugnis ab und sprach: „...und Muhammad, Friede sei mit ihm, ist sein Gesandter!“ Denn der Gesandte hatte prophezeit, dass diese Frage irgendwann einmal gestellt werden würde. Er sagte noch viele weitere zukünftige Ereignisse von Wichtigkeit voraus, die alle genau eingetroffen sind bzw.

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Warum können wir Gott nicht sehen?

Der Koran lehrt:
Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. (6:103)
Nach dem Aufstieg des Propheten Muhammad in die Himmel fragten ihn seine Gefährten, ob er Gott gesehen habe. Nach Abu Dharr ist überliefert, dass er bei einer Gelegenheit geantwortet habe: Was ich sah, war Licht. Wie soll ich Ihn sehen? Bei anderer Gelegenheit soll er erwidert haben: Ich habe ein Licht gesehen.

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